|
| FS12: ... wissenschaftl. Argumentation für Schöpfung? |
| |
AS12:
Leben begegnet uns in äußerst vielfältiger
Gestalt, so dass selbst ein schlichter Einzeller bei aller Einfachheit
dennoch so komplex und zielgerichtet gestaltet ist wie kein
Erzeugnis menschlichen Erfindungsgeistes. Zur Deutung des Lebens
und seiner Herkunft gibt es zwei prinzipiell zu unterscheidende
Möglichkeiten: Evolution oder Schöpfung. Nach der
Evolutionslehre wird Leben wie folgt definiert:
„Leben
ist ein rein materielles Ereignis, das somit physikalisch-
chemisch beschreibbar sein muss und sich von der unbelebten
Natur nur durch seine Komplexität unterscheidet.“
Gegen die Evolutionslehre sind inzwischen von zahlreichen Wissenschaftlern
aus mancherlei Gebieten (z. B. Informatik, Biologie, Astronomie,
Paläontologie, Geologie, Medizin) gewichtige Einwände
erarbeitet worden. In der Kontroverse Schöpfung/Evolution
bleibt jedoch ein unauflösbarer Widerstreit bestehen, dessen
Ursachen in den unterschiedlichen Basissätzen beider Modelle
liegen (siehe Frage FS1). Aus diesem Patt käme man heraus,
wenn es ein System gäbe, dass sich allein an wissenschaftlichen
Erfahrungssätzen orientierte. Diese Sätze müssten
sehr angreifbar formuliert sein, so dass ein einziges experimentell
belegbares Gegenbeispiel sie schon zu Fall bringen könnten.
Wenn dies nicht gelingt, gewinnen sie naturgesetzliche Bedeutung,
und damit erlangen sie eine starke Aussagegewissheit für
die Beurteilung noch unbekannter Fälle. In diesem Sinne
ist der nur in der Erfahrung bewährte Energiesatz weltbildfrei anwendbar. So war das zuvor noch nie durchgeführte Unternehmen
des Fluges zum Mond nur dadurch möglich, weil von der strengen
Gültigkeit des Energiesatzes bei allen erforderlichen Vorausberechnungen
ausgegangen werden konnte. Von gleicher Aussagekraft sind die
Erfahrungssätze über Information, so dass wir hier
erstmals die Möglichkeit haben, auf der naturgesetzlichen
Ebene zu einer aussagestarken Argumentation zu gelangen.
Materie und Energie sind zwar notwendige Grundgrößen
des Lebendigen, aber sie heben lebende und unbelebte Systeme
noch nicht grundsätzlich voneinander ab. Zum zentralen
Kennzeichen aller Lebewesen aber gehört die in ihnen enthaltene „Information“ für alle Betriebsabläufe
(Realisierung aller Lebensfunktionen, genetische Information
zur Vermehrung). Informationsübertragungsvorgänge
spielen eine grundlegende Rolle bei allem, was lebt. Wenn z.
B. Insekten Pollen von Pflanzenblüten überbringen,
so ist dies in erster Linie ein Informationsübertragungsvorgang
(von genetischer Information); die beteiligte Materie ist dabei
unerheblich. Leben ist damit zwar noch keineswegs vollständig
beschrieben, aber ein äußerst zentraler Faktor ist
damit angesprochen.
Das komplexeste informationsverarbeitende System ist zweifelsohne
der Mensch. Nimmt man alle Informationsabläufe im Menschen
einmal zusammen, d. h. die bewussten (Sprache, Informationssteuerung
der willentlichen motorischen Bewegungen) und die unbewussten (informationsgesteuerte Funktionen der Organe, Hormonsystem),
so werden täglich 1024 bit verarbeitet. Dieser
astronomisch hohe Wert für die Informationsmenge übertrifft
das Gesamtwissen der Menschheit von 1018 bit, wie
es in den Bibliotheken der Welt gespeichert ist, noch um den
Faktor von einer Million. Betrachtet man die Frage der Herkunft
des Lebens nach informationstheoretischen Gesichtspunkten, so
sind wie bei jedem System, das Information trägt oder verarbeitet,
folgende Erfahrungssätze zu berücksichtigen:
- Es gibt keine Information ohne Code.
- Es gibt keinen Code ohne freie willentliche Vereinbarung.
- Es gibt keine Information ohne Sender.
- Es gibt keine Informationskette, ohne dass am Anfang ein geistiger (intelligenter) Urheber steht.
- Es
gibt keine Information ohne ursprüngliche geistige Quelle; d. h.: Information ist wesensmäßig
eine geistige, aber keine materielle Größe.
- Es
gibt keine Information ohne Wille.
- Es
gibt keine Information ohne die fünf hierarchischen
Ebenen:
· Statistik (Aspekte der Zeichenhäufigkeit und Signalübertragung),
· Syntax
(Aspekte des Codes und der Satzbildungsregeln),
· Semantik
(Aspekte der Bedeutung),
· Pragmatik
(Aspekte der Handlung),
· Apobetik
(Aspekte des Ergebnisses und des Zieles).
- Es
gibt keine Information durch Zufall.
In dem Buch „Am Anfang war die Information“ [G5,
52-147] werden diese Sätze ausführlich erläutert
und ihr naturgesetzlicher Status begründet [G5, 25-49].
So gibt die Bezeichnung „Naturgesetzliche Informationstheorie“ den Sachstand treffend wieder ([G4, 155-159]).
Im Gegensatz zur Evolutionslehre ist Leben somit weitergehender
zu definieren:
Leben = materieller Anteil (physikalische und chemische
Aspekte)
+
immaterieller Anteil
Mit dieser Kurzformel soll deutlich hervorgehoben werden, dass
Leben neben der materiellen noch eine nichtmaterielle Komponente
besitzt. Zum nichtmateriellen Anteil gehört die Information
aus einer geistigen Quelle. Damit ist aber der nichtmaterielle
Anteil des Lebens noch keineswegs beschrieben. Dies wird daran
deutlich, dass die Lebewesen kurz nach ihrem Tod zwar noch ihre
Information in den Zellen haben, aber etwas sehr Grundlegendes,
nämlich das, was den Unterschied zwischen Leben und Tod
ausmacht, fehlt dann. Dieser Unterschied ist zwar für jeden
sichtbar, aber er ist wissenschaftlich nicht fassbar.
Bis heute sind alle vorgetragenen Konzepte einer autonomen Informationsentstehung
in der Materie (z. B. Eigens Hyperzyklus, Küppers’
molekulardarwinistischer Ansatz) an der Erfahrung gescheitert.
So bleibt es unverständlich, dass M. Eigen dennoch
glaubt, irgendwann einmal mit rein materiellen Prozessen die
Herkunft von Information begründen zu können: „Wir
müssen nach einem Algorithmus, einer naturgesetzlichen
Vorschrift für die Entstehung von Information suchen“
(„Stufen zum Leben“, Piper-Verlag, 1987, S. 41).
Sein Ansatz „Information entsteht aus Nicht-Information“
(S. 55) widerspricht allen Erfahrungssätzen und ist damit
ohne Realitätsbezug. Die obigen acht Informationssätze
hingegen haben sich unzählbar oft in der Erfahrung bewährt
und sind in keinem Laboratorium der Welt experimentell widerlegt
worden. So ist es folgerichtig zu fragen, ob das Leben nicht
aus einem zielorientierten Schöpfungsprozess stammt. Von
diesem Prinzip berichtet die Bibel. Die aus der Sicht der Informatik
zu fordernde geistige Informationsquelle für jegliche Information
– und damit auch für die biologische Information
– wird in der Bibel bereits auf der ersten Seite erwähnt:
„Im Anfang schuf Gott“ (1 Mo 1,1). Die Evolutionslehre
unterstellt hingegen, dass die Information in den Lebewesen
keines Senders bedarf. Diese Aussage wird durch die tägliche
Erfahrung der obigen Informationssätze reichlich widerlegt.
Darum liefern uns heute die Naturgesetze über Information die stärksten Argumente für die
Entstehung der Lebewesen durch eine Schöpfung. |
| |
|