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| FH8: Musste Judas nicht Jesus verraten, damit dadurch das Heil
ermöglicht wurde? |
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AH8:
Es gilt festzuhalten: Das Heil wurde nicht durch Judas, sondern
durch Jesus ermöglicht. Der Tod des Herrn Jesu war notwendig,
damit das Heil für den Menschen erwirkt wurde. Ein absolut
Sündloser musste stellvertretend für den Sünder
das Gericht über die Sünde ertragen. Nach dem Plan
Gottes ist er „um unserer Sünde willen dahingegeben
und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt“ (Röm
4,25). An der Durchführung der Kreuzigung vom Willen bis
zur Tat waren viele Leute beteiligt, Juden wie Römer: Der
Hohe Rat in Israel (Mk 14,64), die versammelte Volksmenge (Joh
19,7; Apg 13,28), Pilatus (Mk 15,15) und die römischen
Soldaten (Mk 15,24). Auch Judas war durch den Verrat direkt
daran mitbeteiligt. Es gab bei ihm kein „göttliches
Muss“ dazu, sondern es war seine eigene freie Entscheidung.
Dass der Herr Jesus das freie Handeln des Judas vorausgesehen
hat (Joh 13,21-30) und dass es sogar im AT prophetisch detailliert
geschaut wird (Sach 11,12-13), liegt an der göttlichen
Allwissenheit, nicht jedoch in einem Zwang dazu.
Die Motive des Judas sind aus den biblischen Texten nicht eindeutig
zu erkennen. Der Gründer des Krelinger Rüstzentrums Heinrich Kemner formulierte sogar die Möglichkeit,
dass Judas den Herrn in eine solche brenzlige Situation bringen
wollte, damit er endlich seine Macht in Israel demonstrieren
würde. Judas konnte sich danach nicht vorstellen, dass
Jesus tatenlos seine Tötung zulässt. Wenn auch viele
Menschen zum Tode Jesu direkt beigetragen haben, so waren sie
dennoch nicht die eigentlichen Verursacher, weil Jesus wegen
der Sünde der gesamten Menschheit starb. Jeder einzelne
von uns ist am Tode Jesu beteiligt, denn „er ist um unserer
Missetat willen verwundet und um unserer Sünde
willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden
hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,5).
Die Verleugnung Jesu vor einer unbedeutenden Magd durch Petrus
ist durchaus vergleichbar mit dem Verrat Jesu durch Judas. Der
wesentliche Unterschied dieser beiden Männer besteht nicht
in ihrer Sünde, sondern in der Buße. Weil Petrus
seine Verleugnung bereute (2 Kor 7,10: „göttliche
Traurigkeit“) und Buße tat, wurde ihm Vergebung
zuteil. Auch Judas hätte Vergebung erlangt, wenn er sie
an der richtigen Stelle – bei Jesus – gesucht hätte.
Judas kehrte nicht zu seinem Herrn zurück, darum bleibt
das „Wehe“ über seiner Tat bestehen: „Denn
des Menschen Sohn geht zwar hin, wie es beschlossen ist; doch
weh dem Menschen, durch welchen er verraten wird“ (Lk
22,22). |
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