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| FH6: Gibt es nach dem Tod auch noch die Möglichkeit einer Rettung? |
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AH6:
Diese Frage wird sehr häufig gestellt, weil sie uns wirklich
zutiefst bewegt, wenn wir echt um die Errettung von Menschen
bangen, die uns persönlich nahestehen bzw. -standen. Es
tun sich in der Tat viele Fragen auf: Was ist mit den Menschen,
- die
nur in verwässerter oder entstellter Weise von
Jesus Christus gehört haben?
- die
in ihren Kirchen als christliche Botschaft ausschließlich
diesseitig orientierte, häufig politisch eingefärbte
Vorstellungen zu hören bekamen und dann das Thema
Christsein ganz abgehakt haben?
- die
sich einen christlichen Schein gaben, aber im Kern
ihres Lebens anders orientiert waren als es die Bibel
sagt?
- bei
denen unsere evangelistischen Bemühungen offenbar
ergebnislos blieben, weil wir nicht den Zugang zum
Herzen des anderen fanden oder weil der andere das
Evangelium nicht gewollt hat?
- die
zum bewussten Atheismus oder in Sekten mit falschen
Lehren erzogen wurden?
- Was ist mit den vielen jungen Leuten unserer Tage,
denen ausgerechnet im Religionsunterricht der Schule
eine angebliche Unglaubwürdigkeit der Bibel vermittelt
wird und die sich deswegen nie mehr in ihrem Leben
mit Fragen des Glaubens beschäftigen?
- Was
ist schließlich mit den Menschen, die ohne ihr
Verschulden nie die Gelegenheit hatten, im Einflussbereich
des Evangeliums zu stehen?
Alle
diese Fragen haben viele Grübler auf den Plan gerufen,
und so sind die unterschiedlichsten Gruppen zu Antworten gekommen,
die sich entweder auf eine Rettung nach dem Tode beziehen oder
aber ein Verlorensein generell ausschließen. Nur einige
der vielen sich untereinander widersprechenden Ideen wollen
wir hier beispielhaft nennen:
1. Die Allversöhner behaupten, dass schließlich
nach einer Zeit begrenzter Gerichte ohne jede Ausnahme alle
selig werden: Hitler und Stalin ebenso wie
die Nihilisten und die Spiritisten. (Ausführlicher in [G3,
107-108] behandelt.)
2. Nach katholischer Auffassung kommen die Seelen der Toten,
die noch der Läuterung bedürfen, ins Fegefeuer, ehe
sie zum Himmel zugelassen werden. Diese Lehre wurde besonders
durch Augustinus und Papst Gregor d. Gr. gefördert.
Die Annahme, dass die Leiden der ,Armen Seelen‘ im Fegefeuer
durch Fürbitte der Lebenden abgekürzt werden können,
ließ im Mittelalter das Ablasswesen und das Fest Allerseelen
entstehen.
3. Bei den Mormonen besteht die Möglichkeit, dass
sich ihre Mitglieder stellvertretend für Verstorbene taufen
lassen können, um dadurch Ungläubige – sogar
aus früheren Generationen – zu retten.
4. Nach der Lehre der Jehovas Zeugen gibt es für
die Menschen (außer den 144 000) weder einen Himmel noch
eine Hölle. Für ihre Anhänger ist eine runderneuerte
Erde statt einer ewigen Gemeinschaft mit Gott dem Vater und
seinem Sohn Jesus Christus im Himmel vorgesehen. Die anderen
bleiben im Grab, oder die Toten können durch das sog. „Loskaufopfer“ freikommen.
5. Die Neuapostolische Kirche hat einen „Todesdienst“
eingerichtet, wonach ihre selbsternannten Apostel bis in die
Welt der Toten hineinwirken sollen. Die Vermittlung der diesseits
gewirkten Heilsgaben an die Jenseitigen geschieht durch die
verstorbenen Apostel, die drüben ihre „Erlösungsarbeit“ fortsetzen.
6. Andere Gruppierungen wiederum vertreten eine Lehre, wonach
die an Christus Gläubigen in den Himmel kommen, die Ungläubigen
hingegen endgültig vernichtet werden, so dass sie nicht
mehr existent sind.
7. Eine andere Auffassung bezieht sich auf die Textstelle in
1. Petrus 3,18-20, aus der manche Ausleger eine Verkündigung
im Totenreich mit dem Ziel der Errettung ableiten. (Ausführlich
in [G3, 146-153] behandelt).
Alle diese Auffassungen versuchen – sicherlich in guter
Absicht – eine Hoffnung für die eingangs genannten
Personengruppen zu geben. Alles Spekulieren hilft uns aber nicht
weiter, und so wollen wir den befragen, der uns allein hierin
helfen kann: Gott in seinem Wort. So gilt es anhand der biblischen
Texte zu prüfen, ob es noch eine Rettungsmöglichkeit
nach dem Tode gibt. Da es sich hierbei um eine äußerst
wichtige Fragestellung handelt, können wir davon ausgehen,
dass Gott uns in der Bibel darin nicht im Unklaren lässt
(vgl. Satz B51 im Anhang, Teil I). Ebenso hilft uns allein die
Schrift, Irrlehren in ihrem Kern zu erkennen, um nicht durch
falsche Lehre verführt zu werden.
1. Nach dem Tod folgt das Gericht: Im Licht der Bibel erweisen
sich alle Vorstellungen, wonach dem Menschen nach dem Tode noch
eine Rettungsmöglichkeit angeboten wird, als Irrlichter
menschlicher Phantasie, denn „es ist den Menschen gesetzt,
einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebr 9,27).
Das gilt für Leute, die in irgendeiner Form mit der Botschaft
Gottes in Berührung gekommen sind ebenso wie für solche,
die es nie gehört haben: „Wir werden alle vor dem Richterstuhl Gottes dargestellt werden“ (Röm
14,10). Dieses Gericht hat Gott dem Sohn übergeben. Beurteilt
wird nicht, was jenseits der Todesmauer noch geschehen ist,
sondern nur das im Hier und Heute Erwirkte „auf dass ein
jeglicher empfange, wie er gehandelt hat bei Leibesleben,
es sei gut oder böse“ (2 Kor 5,10). Von
diesem Gerichtstermin ist niemand ausgenommen: Gläubige,
Gleichgültige, Freidenker, Verführte, Heiden … kurz: der gesamte Erdkreis (Apg 17,31).
2. Die Gerichtskriterien: Die Kriterien des göttlichen
Gerichts unterliegen keiner Willkür; niemand wird bevorzugt
oder benachteiligt (1 Petr 1,17; Röm 2,11). Die Maßstäbe
hat uns Gott bekanntgegeben. Wir werden ausschließlich
nach den biblisch offenbarten Regularien beurteilt: „Das
Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am Jüngsten
Tage“ (Joh 12,48). So wollen wir die wichtigsten Kriterien
aus der Schrift zusammenstellen:
a) Nach Gottes Gerechtigkeit: Wir dürfen gewiss
sein: „Gott verdammt niemand mit Unrecht“ (Hiob
34,12), denn er ist ein gerechter Richter (2 Tim 4,8). Hier
gibt es keine Verdrehungen und Entstellungen, weil Wahrheit
und Gerechtigkeit voll zum Zuge kommen: „Ja, Herr, allmächtiger
Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht“ (Offb
16,7).
b) Nach dem Maß des uns Anvertrauten: Kein Mensch
ist dem anderen gleich, und jedem ist unterschiedlich viel anvertraut.
Die nicht evangelisierten Heiden haben eine geringere Erkenntnis
von Gott, nämlich nur aus der Schöpfung (Röm
1,20) und vom Gewissen her (Röm 2,15), als jene Menschen,
die das Evangelium hören konnten. Einem Reichen stehen
andere Möglichkeiten zur Verfügung, Gutes zu tun und
die Ausbreitung des Evangeliums zu unterstützen als einem
Armen. Ein mit mancherlei geistigen Fähigkeiten Begabter
steht in einer besonderen Verantwortung. Es ist ein Unterschied,
ob jemand in einer Diktatur mit zahlreichen Einschränkungen
leben musste oder in einem freien Land wirken konnte. Der Herr
sagt in Lukas 12,48: „Denn welchem viel gegeben ist, bei
dem wird man viel suchen, und welchem viel befohlen ist, von
dem wird man viel fordern.“
c) Nach unseren Werken: Gott kennt die Handlungen eines
jeden, und „er wird geben einem jeglichen nach seinen
Werken“ (Röm 2,6). Werke sind sowohl die ausgeführten
Taten (Mt 25,34-40) als auch die unterlassenen (Mt 25,41-46).
Die Handlungen aller Menschen sind in den Büchern Gottes
verzeichnet und bilden die Grundlage der Bewertung im Gericht
(Offb 20,12-13).
d) Nach unserer Frucht: Alles, was wir im Namen Jesu
tun (Lk 19,13), – unser Verhalten, unser Wirken –
deutet die Bibel als unvergängliche Frucht (Joh 15,16).
Diese ist ein grundlegender Beurteilungsmaßstab im Gericht
(Lk 19,16-27). Während alle toten Werke verbrennen (1 Kor
3,15), wird alles Bleibende belohnt (1 Kor 3,14).
e) Nach unserer Liebe: Die Liebe ist eine besondere
Frucht, denn sie ist die größte (1 Kor 13,13). Sie
ist des Gesetzes Erfüllung (Röm 13,10). Gemeint ist
hier, was wir in der Liebe zu Gott (Mt 22,37) und in der Liebe
zu Jesus (Joh 21,15) getan haben. Die selbstlose Liebe ist zu
unterscheiden von der berechnenden Liebe: „Denn wenn ihr
liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben?“
(Mt 5,46). Der Pharisäer Simon hatte Jesus in sein Haus
geladen, aber er gab ihm noch nicht einmal Wasser, um die Füße
zu waschen (Lk 7,44). Die Sünderin salbte seine Füße
mit kostbarer Salbe. Sie empfing viel Sündenvergebung,
darum hat sie dem Herrn viel Liebe erzeigt (Lk 7,47). Die Liebe
ist eine Frucht des Geistes (Gal 5,22); sie hat Ewigkeitsbedeutung.
f) Nach unseren Worten: Nach der Aussage Jesu haben
unsere Worte ewigkeitsentscheidenden Charakter. Dieser Aspekt
im Gericht ist uns vielleicht am wenigsten bewusst: „Ich
sage euch aber, dass die Menschen müssen Rechenschaft geben
am Tage des Gerichts von einem jeglichen nichtsnutzigen Wort,
das sie geredet haben. Aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt
werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden“ (Mt 12,36-37).
g) Nach unserer Verantwortlichkeit: Von unserer schöpfungsmäßigen
Persönlichkeitsstruktur sind wir auf Verantwortung hin
angelegt. Gott hat uns einen großen Freiraum zugebilligt,
in dem wir selbst die Verantwortung tragen. Auch im Falle der
Verführung sind wir für unser Tun verantwortlich.
Obwohl Adams Ungehorsam nicht aus eigenem Willen, sondern durch
Verführung geschah, musste er dennoch die Folgen tragen.
Weil Glaubensverführung in Verlorenheit endet, sind die
biblischen Mahnungen hier besonders eindringlich (z.B. Mt 24,11-13;
Eph 4,14; Eph 5,6; 2 Tim 2,16-18). Aus diesem Grunde dürfen
die Irrlehren der Sekten in ihrer Auswirkung nicht unterschätzt
werden.
h) Nach unserer Stellung zu Jesus Christus: Unser persönliches
Verhältnis zu dem Sohn Gottes gibt den alles entscheidenden
Ausschlag: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige
Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen,
sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm“ (Joh 3,36).
Die Sünde brachte die Verdammnis über alle Menschen
(Röm 5,18). Der einzige Ausweg daraus ist unsere Bindung
an Christus: „So gibt es nun keine Verdammnis für
die, die in Christus Jesus sind“ (Röm 8,1).
3. Das Urteil im Gericht: Nach den o. g. Kriterien wird jedermann
individuell beurteilt. Es wird kein Aspekt im Leben eines Menschen übersehen. Wie lautet das Gesamturteil? Es wird eine Zweiteilung
der Menschheit geben, die Jesus im Diesseits als Einladung formuliert:„Gehet
ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit,
und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt,
und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte
ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt,
und wenige sind ihrer, die ihn finden“
(Mt 7,13-14).
Es
gibt keinen „goldenen Mittelweg“ für die Unentschiedenen
und keinen neutralen Aufenthaltsort zwischen Himmel und Hölle.
Am Ende – wie schon in diesem Leben erkennbar – wird
nur zwischen Geretteten und Verlorenen unterschieden. Der einen
Gruppe wird der Herr sagen: „Kommt her, ihr Gesegneten meines
Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn
der Welt“ (Mt 25,34) und die andere bekommt zu hören:
„Ich kenne euch nicht, wo ihr her seid … weichet alle
von mir“ (Lk 13,25+27). In der letzten Gruppe befinden sich
nicht nur die Freidenker und Heiden, sondern auch Menschen, die
um die Botschaft Jesu wussten, aber ihm nicht im Gehorsam gedient
haben. Erstaunt rufen sie aus: „Wir haben vor dir gegessen
und getrunken, und auf unseren Gassen hast du gelehrt“ (Lk
13,26).
4. Unsere Konsequenzen: Nach dem Tode gibt es - biblisch gesehen – keine Rettungsmöglichkeit mehr. Die Entscheidung
fällt in diesem Leben, darum sagt der Herr Jesus: „Ringet
danach, dass ihr durch die enge Pforte eingehet!“ (Lk 13,24).
Im Gericht werden die Bücher Gottes mit allen Details über
unser diesseitiges Handeln aufgetan (Offb 20,12). Wohl dem, der
dann im Buch des Lebens steht. Die nichtchristlichen Religionen
haben keine rettende Kraft. Wie viele Menschen gerettet werden,
die die Frohe Botschaft nie vernahmen, sich aber nach Gott ausgestreckt
(Apg 17,27) und nach dem ewigen Leben getrachtet haben (Röm
2,7), wissen wir nicht. Für uns aber, die wir das Evangelium
gehört haben, gibt es einmal keine Entschuldigung und kein
Entrinnen (Hebr 2,3), wenn wir an dem Heil vorübergehen.
Wir haben die Chance der Rettung gehabt. Wie dieses Heil angenommen
werden kann, ist im Anhang (Teil I, Pkt. 10) ausführlich
dargelegt. |
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