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| FH2: Warum hat sich Gott gerade die Methode des Kreuzes zur Erlösung
ausgedacht? |
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AH2:
Die Methode der Kreuzigung wird im AT nicht direkt erwähnt,
wohl aber werden mehrere Details prophetisch genannt, die allein
auf die Kreuzigung zutreffen wie z. B. in Psalm 22,17: „Sie
haben meine Hände und Füße durchgraben.“
Paulus bezieht die alttestamentliche Aussage „Ein Aufgehängter
ist verflucht bei Gott“ (5 Mo 21,23) auf den gekreuzigten
Jesus (Gal 3,13). Die von den Persern übernommene Hinrichtungsart
galt bei den Römern als die „grausamste, entsetzlichste“ (Cicero) und „schändlichste“ (Tacitus).
Das Kreuz lag im Plan Gottes; Jesus „erduldete das Kreuz
und achtete der Schande nicht“ (Hebr 12,2). „Er
ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz“ (Phil
2,8). Ob eine andere Methode des Todes – etwa durch Steinigen,
Enthaupten, Vergiften, Ertränken – auch denkbar wäre,
ist durch die Analogie von Fall und Erlösung auszuschließen:
An einem Baum (1 Mo 2,17: Baum der Erkenntnis) kam
die Sünde in die Welt; an einem Baum musste sie
getilgt werden: Das Kreuz von Golgatha ist der Baum des
Fluches (Gal 3,13): Jesus stirbt ehrlos und aus jeder menschlichen
Gemeinschaft ausgeschlossen: Er ist verflucht.
Das Mosegesetz spricht über den Sünder den Fluch aus.
Dieser liegt seit dem Sündenfall auf allen Menschen. Jesus
hat den Fluch Gottes über die Sünde an unserer Statt
auf sich genommen. Das Wort vom Kreuz ist nun die befreiende
Botschaft für alle Menschen, die durch ihre Sünde
prinzipiell
unter dem Fluch stehen.
Papst Johannes Paul II bezeichnete Auschwitz einmal
als das Golgatha des 20. Jahrhunderts. In diesem Sinne gibt
es heute eine theologische Richtung, die Jesus in Solidarität
sieht mit anderen Leidenden, Gefolterten und Ermordeten, die
wie er gelitten haben und eines grausamen Todes gestorben sind.
Aber: Der Kreuzestod Christi darf nie und nimmer mit dem Tod
anderer Menschen, sein Kreuz auch nicht mit den vielen anderen
Kreuzen, die um Jerusalem oder Rom standen, verglichen werden.
Es hat, weil es das Kreuz des Christus, des Gottessohnes ist,
eine andere „Qualität“ als alle anderen Kreuze.
Er durchlitt nicht nur die Ungerechtigkeit der Mächtigen
in dieser Welt, sondern als einziger den Zorn Gottes über
die Sünde. Nur er allein war das Opferlamm, das stellvertretend
„für viele“ das Gericht Gottes trug. „Das
Wort vom Kreuz“ (1 Kor 1,18) ist seitdem das Zentrum aller
christlichen Verkündigung. Paulus hat darum nur eines mitzuteilen:
„allein Jesus Christus, den Gekreuzigten“ (1 Kor
2,2). A. L. Coghill zeigt uns die Kreuzesbedeutung
in einem bekannten Erweckungslied:„Wer
Jesus am Kreuze im Glauben erblickt, wird heil zu
derselben Stund; drum blick nur auf ihn, den der Vater
geschickt, der einst auch für dich ward verwundt.“ |
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