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| FH1: Wodurch wird man selig – durch den Glauben oder durch
Werke? |
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AH1:
Im NT finden wir zwei Aussagen, die sich auf den ersten Blick
zu widersprechen scheinen:a)
Rettung durch Glauben: „So halten wir
nun dafür, dass der Mensch gerecht werde ohne
des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben“
(Röm 3,28).
b) Rettung durch Werke: „So sehet ihr
nun, dass der Mensch durch Werke gerecht
wird, nicht durch den Glauben allein“ (Jak 2,24).
Nach den zentralen Aussagen des NT hat der Glaube an den Herrn
Jesus Christus rettende Kraft (Joh 3,16; Mk 16,16; Apg 13,39;
Apg 16,31). Dieser rettende Glaube besteht nicht in einem Fürwahrhalten
biblischer Fakten, sondern in der personalen Bindung an den
Sohn Gottes: „Wer den Sohn hat, der hat das Leben“
(1 Joh 5,12). Wer sich zum Herrn Jesus bekehrt, erfährt
dadurch die größte Veränderung des Lebens. An
seinem Lebensstil und an seinen Taten wird es für jedermann
offenbar: „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote
halten“ (Joh 14,15) – „ihr werdet meine Zeugen
sein“ (Joh 15,27) – „handelt damit, bis dass
ich wiederkomme“ (Lk 19,13) – „dienet dem
Herrn“ (Röm 12,11) – „liebet eure Feinde“
(Mt 5,44) – „vergeltet nicht Böses mit Bösem“
(Röm 12,17) – „gastfrei zu sein, vergesset
nicht“ Hebr 13,2) – „wohlzutun und mitzuteilen,
vergesset nicht“ (Hebr 13,16) – „weide meine
Schafe!“ (Joh 21,17). Der Dienst im Namen Jesu unter Einsatz
der anvertrauten Gaben ist eine unbedingte Folge des
rettenden Glaubens. Dieses Handeln wird im NT als Frucht
oder Werk des Glaubens bezeichnet. Wer nicht wirkt,
geht demnach verloren: „Und den unnützen Knecht werft
in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappen“
(Mt 25,30). Im Gegensatz zu den Werken des Glaubens
handelt es sich bei den Werken des Gesetzes (Gal 2,16)
oder den toten Werken (Hebr 6,1; Hebr 9,14) um die
Werke dessen, der noch nicht glaubt. Auch hier gilt: Wenn zwei
das gleiche tun, ist es noch längst nicht dasselbe. Der
Textzusammenhang von Jakobus 2,24 (siehe obige Aussage b)) zeigt,
dass der Glaube Abrahams konkrete Taten nach sich zog: Er war
Gott gegenüber gehorsam, indem er aus seinem Vaterland
auszog (1 Mo 12,1-6) und bereit war, seinen Sohn Isaak zu opfern
(Jak 2,21). Ebenso ist das Werk der (ehemaligen) Hure Rahab
(Jak 2,25), nämlich die Rettung der israelischen Kundschafter
in Kanaan, eine Folge ihres Gottesglaubens (Jos 2,11). So wird
hieran deutlich: Zum Glauben gehören untrennbar die Werke.
Genau so wie der menschliche Leib ohne Geist tot ist, so ist
auch der Glaube ohne die daraus folgenden Taten tot (Jak 2,26).
Die obigen Verse a) und b) bilden also keinen Widerspruch; wir
haben es hier mit einem Fall komplementärer Aussagen zu
tun, die sich ergänzen (siehe Auslegungsgrundsätze
A3 und A14 im Anhang, Teil II). |
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