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| FG5: Warum lässt Gott das Leid zu? |
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AG5:
Vor dem Sündenfall gab es weder Tod noch Leid, weder Schmerz
noch irgend etwas von dem, was uns heute so viel Mühe macht.
Gott hatte alles so gestaltet, dass der Mensch unter idealen
Bedingungen leben konnte. In freier Entscheidung ging der Mensch
eigene Wege, die von Gott wegführten. Warum Gott uns einen
so weiten Freiheitsradius zubilligt, können wir nicht erklären.
Wir stellen aber fest: Wer von Gott weggeht, gelangt ins Elend.
Diese bittere Erfahrung machen wir bis zum heutigen Tag. Manche
Menschen sind dazu geneigt, Gott die Schuld zuzuschieben. Dabei
sollten wir bedenken, dass nicht Gott, sondern der Mensch der
Verursacher ist. Wenn wir des Nachts auf der Autobahn das Scheinwerferlicht
ausschalten und es so zu einem Unfall kommt, dürfen wir
nicht dem Autohersteller die Schuld geben. Er hat die konstruktiven
Vorgaben für die Beleuchtung gegeben; wenn wir sie willentlich
abschalten, ist das allein unsere Sache. „Gott ist Licht“
(1 Joh 1,5), und wenn wir uns in die Finsternis der Gottesferne
begeben, dürfen wir uns nicht bei dem Schöpfer beklagen,
der uns doch für seine Nähe geschaffen hat. Gott ist
und bleibt ein Gott der Liebe, denn er hat Unvorstellbares getan:
Er gab seinen eigenen Sohn dahin, um uns aus unserer selbstverschuldeten
Situation freizukaufen. Jesus sagt von sich in Johannes 15,13:
„Niemand hat größere Liebe denn die, dass er
sein Leben lässt für seine Freunde.“ Gibt es
eine größere Liebe? Nie ist etwas Größeres
für den Menschen vollbracht worden als in der Tat auf Golgatha:
Das Kreuz ist somit der Höhepunkt göttlicher Liebe.
Wir leben alle – ob gläubig oder ungläubig –
in der gefallenen Schöpfung, in der das Leid in all seinen
uns wohlbekannten Ausprägungen genereller Bestandteil ist.
Nicht deutbar bleibt für uns das individuelle Leid. Warum
geht es dem einen gut, und der andere ist durch Not und schwere
Krankheit hart geschlagen? Oft muss der Gläubige sogar
mehr leiden als der Gottlose, wie es der Psalmist feststellt:
„Denn
es verdross mich der Ruhmredigen, da ich sah, dass
es den Gottlosen so wohl ging. Denn sie sind in keiner
Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
Sie sind nicht im Unglück wie andere Leute und
werden nicht wie andere Menschen geplagt“ (Ps
73,3-5).
Er findet aber auch die rechte Einordnung seiner individuellen
Not, die er nicht als Strafe für eigene Sünde ansieht.
Er hadert nicht mit Gott, sondern klammert sich fest an ihn:
„Dennoch
bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich
bei deiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem
Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an … Wenn
mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du
doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein
Teil“ (Ps 73,23-24+26). |
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