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| FG15: Ist nicht der Gott des Alten Testaments ein Gott des Hasses, während der Gott des Neuen Testaments einer der Liebe ist? |
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AG15:
Ein anderer häufiger Vorwurf gegen die Bibel besagt,
daß sie zwei unterschiedliche Auffassungen von Gott
enthalte. Das Alte Testament präsentiert angeblich einen
grimmigen Gott, während das Neue Testament angeblich
nur einen Gott der Liebe zeigt.
Das Alte Testament enthält Geschichten, in denen Gott
die Zerstörung von Sodom und die Vernichtung der Kanaaniter
befiehlt, und viele andere Geschichten von Gottes
Gericht und Zorn. Die Kritiker behaupten, dies zeige eine
primitive, kriegerische Gottheit im Gegensatz zu den fortschrittlichen
Lehren Jesu, einander zu lieben und die andere
Wange hinzuhalten, wie sie in der Bergpredigt enthalten
sind.
Diese Vorstellungen von Gott scheinen in direktem Widerspruch
zu stehen, aber ein Augenblick der Überlegung
wird das Gegenteil zeigen. Jesus selbst erklärt, das Alte Testament
könne in den Geboten, Gott und den Nächsten zu lieben, zusammengefaßt werden (Matth. 22,37). Er sagte
auch, Gott habe im Alten Testament immer wieder Liebe
und Barmherzigkeit gefordert, nicht Opfer (Matth. 9,13;
12,7).
Diese Haltung findet man auch in Aussagen wie: »Habe
ich etwa Wohlgefallen am Tode des Gottlosen … und nicht
vielmehr daran, daß er sich von seinem Wandel bekehre
und am Leben bleibe?« (Hes. 18,23).
Gott hätte nicht bestimmte Völker vernichtet, wäre er
nicht ein Gott der Gerechtigkeit. Ihre Sündhaftigkeit konnte
nicht ungehemmt und zügellos weitergehen.
Seine Absicht und sein Wunsch, sie zu bestrafen, waren
Teil seines Planes, in Übereinstimmung mit seiner heiligen
Natur und der Besorgnis um sein wanderndes Volk. Was
er in Übereinstimmung mit seinem reinen Wesen wünscht,
tut er in ihrem Fall in Gerechtigkeit, weil sie nicht bereuten
und in Harmonie mit seinem Wesen kamen (Jer. 18).
Im Fall der Amoriter gab Gott ihnen 100 Jahre Zeit, um
zu bereuen, aber sie taten es nicht (1. Mose 15,16).
Noah predigte seiner Generation 120 Jahre vor der großen
Flut (1. Mose 6,3). Das richtige Bild des Alten Testaments
ist das eines sehr geduldigen Gottes, der diesen
Menschen zahllose Gelegenheiten gibt, zu bereuen und sich
mit ihm zu versöhnen; und nur wenn sie das fortwährend
verweigern, richtet und straft er sie für ihre bösen Taten.
Im Gegensatz zu mancher verbreiteten Meinung wurden
die strengsten Aussagen über Gericht und Zorn von
dem Herrn Jesus selbst gemacht. In Matthäus 23 z.B. führte
er einen Schlag gegen die religiösen Führer seiner Zeit,
indem er sie als Heuchler und falsche Führer bezeichnete
und ihnen sagte, ihr Schicksal werde ewige Verbannung
aus der Gegenwart Gottes sein.
In Matthäus 10,34 sagt Jesus, Ziel seiner Mission sei nicht
zu vereinen, sondern zu trennen. »Denkt nicht, ich sei gekommen,
um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht
gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.« Er sagt weiter, sein Wort werde den Vater gegen den Sohn,
die Mutter gegen ihre Tochter und die Schwiegertochter
gegen ihre Schwiegermutter aufbringen (Matth. 10,35).
Wir finden Gericht ebenso wie Liebe im ganzen Neuen
Testament und Liebe und Barmherzigkeit, ebenso wie das
Strafgericht im gesamten Alten Testament. Gott ist beständig
und unveränderlich, aber unterschiedliche Situationen
verlangen unterschiedliche Schwerpunkte. Wenn man daher
die beiden Testamente so liest, wie sie beabsichtigt sind,
dann offenbaren sie denselben heiligen Gott, der reich ist
an Barmherzigkeit, der aber die Sünde nicht ungestraft läßt. |
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