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| FB23: Wie können Wunder möglich sein?
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AB23:
Die folgenden Aussagen, die eine alt und die andere modern,
sind typisch für die Reaktion der Menschen auf
das Wunderbare.
»Denn nichts kann ohne Ursache geschehen; nichts geschieht,
das nicht geschehen kann; und wenn das, was
geschehen konnte, geschehen ist, darf es nicht als ein Wunder
interpretiert werden. Folglich gibt es keine Wunder …
Wir ziehen daher folgenden Schluß: Was geschehen konnte,
ist kein Wunder« (Cicero, De Divinatione, 2,28).
»Da gibt es beispielsweise den Bericht über das Leben
Jesu Christi in der Bibel. Dieser Bericht enthält Erzählungen
von Ereignissen, die, im Licht der bekannten Tatsachen
der natürlichen Ordnung betrachtet, nicht geschehen
konnten.
Kinder werden nicht von Jungfrauen geboren, Engel
bringen den Menschen keine Botschaften, Männer gehen
nicht auf dem Wasser, Menschen, die gestorben sind, kehren
nicht zum Leben zurück, usw.
Die Geschichte von Jesus Christus war voll von Dingen, von deren Unmöglichkeit die Menschen wußten; daher
konnte die Geschichte kein wortgetreuer Bericht des tatsächlichen
Geschehens sein.
Als das Neue Testament geschrieben wurde, mögen die
Menschen naiv genug gewesen sein, die Dinge zu glauben,
die über Jesus gesagt wurden, und sie mögen keinen
Widerspruch zwischen den Berichten und ihrer Kenntnis
der Welt gesehen haben, aber jetzt war alles anders« (Protestantism,
zitiert von J. Leslie Dunstan, Washington Square
Press, Inc., New York, 1962, S.128-129).
Viele lachen über die Vorstellung, Wunder könnten möglich
sein. Sie behaupten, Wunder seien eine Verletzung der
Naturgesetze und daher für den modernen Menschen
unannehmbar. Die Schrift jedoch enthält von Anfang bis
Ende Geschichten vom Wunderbaren. Es gibt Berichte von
Blinden, die plötzlich ihr Augenlicht erhielten, von Toten,
die auferweckt wurden, und von außergewöhnlichen Geschehnissen
in der Natur, wie einer weltweiten Flut und
der Teilung des Roten Meeres.
Die Basis für den Glauben an das Wunderbare beruht
auf der biblischen Vorstellung an Gott. Der allererste Vers
der Bibel entscheidet die Frage: »Im Anfang schuf Gott den
Himmel und die Erde« (1. Mose 1,1).
Wenn dieser Vers so akzeptiert werden kann, daß am
Anfang ein unendlicher, persönlicher Gott das Universum
erschuf, dann dürfte der Rest kein Problem sein. Wenn er
die Fähigkeit hat, das zu tun, dann werden die jungfräuliche
Geburt, das Geschehen auf dem Wasser, das Sättigen
von 5.000 Menschen mit ein paar Laiben Brot und Fischen
und die anderen biblischen Wunder nicht nur möglich, sondern
sie sind sogar zu erwarten.
Natürlich, wenn man nicht an Gott glaubt, wird man
das Wunderbare nicht akzeptieren, aber für den, der die
reale Möglichkeit in Betracht zieht, ist es überhaupt nicht
lächerlich. Wie der Apostel Paulus einst zu einem ungläubigen
König sagte: »Warum haltet ihr es für unglaubhaft, daß Gott Tote auferweckt?« (Apg. 26,8).
So steht hinter dieser wichtigen Frage das bekannte Problem,
ob Gott existiert oder nicht. Denn wenn es einen Gott
gibt, dann sind Wunder sicher möglich. Tatsächlich setzt
schon die Natur der Frage: »Wie können Wunder möglich
sein?« voraus, daß es einen Gott gibt, denn ein Wunder ist
ein Akt Gottes.
Was die Idee betrifft, daß Wunder die Gesetze der Natur
oder der Wissenschaft verletzen, so müssen wir bedenken,
daß die wissenschaftlichen Gesetze weder Ereignisse vorschreiben,
noch sie erklären. Sie sind bloß eine Verallgemeinerung
von Ursachen und Wirkungen, die man beobachten
kann.
Man kann die Behauptung, das Rote Meer habe sich vor
3500 Jahren geteilt, nicht damit zurückweisen, daß man
feststellt, dieses Ereignis trete nicht jeden Tag ein. Man kann
sich zur Leugnung des Wunderbaren nicht auf die Naturgesetze
berufen, da die Bibel lehrt, daß ein allmächtiger
Gott von Zeit zu Zeit mit mächtigen Taten in die natürliche
Ordnung eingegriffen hat.
Ein Wunder ist definitionsgemäß ein Ereignis, das einmalig
und ohne Beispiel ist. Wir können es unmöglich wie
andere Geschehnisse beurteilen. Der richtige Weg festzustellen,
ob etwas geschehen ist, ist nicht die Frage, ob wir
es erklären können. Die erste Frage, die gestellt werden
muß, lautet nicht, kann es geschehen sondern vielmehr, ist
es geschehen?
Wenn festgestellt werden kann, daß ein Ereignis stattgefunden
hat, daß es sich aber der Erklärung entzieht, so
müssen wir immer noch die Tatsache zugestehen, daß es
sich ereignet hat, Erklärung hin oder her.
Die Beweise für die biblischen Wunder sind historisch
ebenso stark, wie für andere historische Ereignisse (wie der
Fall Roms und die Eroberung Alexanders des Großen). Nur
weil Wunder außerhalb der normalen täglichen Erfahrung
stehen, bedeutet das nicht, daß sie nicht geschehen sind oder geschehen.
Wenn man also alle Beweise in Rechnung zieht, gibt es
ausgezeichnete Gründe dafür, nicht an die Möglichkeit von Wundern zu glauben, sondern auch an ihre Wirklichkeit. |
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