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| FB21: Warum unterscheiden sich die biblischen Wunder von denen in anderen Wunderberichten?
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AB21:
Manche Leute glauben, die in der Bibel aufgezeichneten
Wunder machten es unmöglich, die Schrift ernstzunehmen.
Sie werden mit der griechischen Mythologie
und anderen Erzählungen von übernatürlichem und
Bizarrem verglichen. Statt ihre Grundlagen zu untersuchen,
stellt man sie sofort mit Legenden und Volksfrömmigkeit
gleich.
Zugegeben, es gibt aus den Tagen unseres Herrn unter
den Griechen und Römern viele Geschichten, die so phantastisch
und lächerlich sind, daß sie ernsthafte Überlegungen
nicht rechtfertigen. Dies steht in völligem Gegensatz
zu den biblischen Wundern, die niemals eine gedankenlose
Schaustellung des Übernatürlichen bieten.
Einfach zu sagen, weil manche übernatürlichen Ereignisse
lächerlich und unwahr sind, ist jedes übernatürliche Geschehen
oder Wunder, von dem berichtet wird, unwahr,
ist fehlerhafte Beweisführung. Es bedeutet »Schuldspruch«
durch unbedachte Gleichsetzung, man könnte auch sagen:
Das Kind mit dem Bade ausschütten.
Die im Neuen Testament zur Bezeichnung von Wundern
gebräuchlichen Wörter sind solche, die eine Vorstellung
von ›übernatürlichen Kräften‹ ausdrücken. Dies sind
die Wörter, die nicht nur von den Verfassern des Neuen
Testaments verwendet werden, sondern auch von den griechischen
Mythen. Doch im biblischen Bericht erscheint ein
zusätzliches Wort, das selten, wenn überhaupt, von den
griechischen und römischen Autoren gebraucht wird.
Das Wort ist ›Zeichen‹, womit die Bezeichnung eines
Wunders oder ein wunderbarer Beweis gemeint ist. Johannes sagt am Ende seines Evangeliums: »Noch viele andere
Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat
Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind
aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Messias ist,
der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das
Leben habt in seinem Namen« (Joh. 20,30-31).
Die Wundergeschichten, wie sie die Bibel berichtet, dienen
immer einem bestimmten Zweck und niemals der
Prahlerei. Es gibt immer einen logischen Grund dafür. Zum
Beispiel waren da 5.000 Menschen, die sofort Nahrung
brauchten, und diese wurde prompt auf wunderbare Weise
beschafft (Luk. 9,12-17).
Bei einem Hochzeitsfest in Kana war der Wein ausgegangen.
Jesus behob diesen Mangel, indem er Wasser in
Wein verwandelte (Joh. 2,1-11). Die Wunder Jesu wurden
aus Liebe und Erbarmen für die Leidenden getan. Sie waren
auch als objektive Zeichen für die Menschen gemeint,
daß er der versprochene Messias war, da eine der Beglaubigungen
des Messias Zeichen und Wunder sein sollten.
Auf diese Tatsache wies Jesus hin, als er von zwei Boten
Johannes des Täufers über seine Identität befragt wurde.
»Geht und berichtet Johannes, was ihr höret und seht: Blinde
sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden
rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen
wird das Evangelium verkündet« (Matth. 11,4-5).
Wenn man die wunderbaren Berichte in der Bibel und
besonders in den Evangelien liest, muß man die Tatsache
beachten, daß die Wunder von den Kritikern nicht geleugnet
wurden. In seinem Leben und Wirken wurde Jesus niemals
gefragt, ob er Wunder vollbrachte; er wurde immer
gefragt, wie er fähig war, sie zu bewirken. Man wollte wissen,
woher er die Macht und Autorität erhielt (Matth. 21,33).
Es war ihnen unmöglich, zu leugnen, daß er wunderbare
Dinge tat; buchstäblich Hunderte von Menschen waren
geheilt worden, und es gab keine andere Erklärung dafür.
Die Tatsache seiner Wunder stand nicht zur Diskussion. Sie konnten nicht geleugnet werden. Am Pfingsttag, weniger
als zwei Monate nach der Kreuzigung Jesu, sagte Simon
Petrus zu einer großen Versammlung: »Jesus den Nazoräer,
den Gott vor euch beglaubigt hat durch machtvolle Taten,
Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte
getan hat, wie ihr selbst wißt …« (Apg. 2,22).
Petrus behauptet hier, vor einer feindseligen Menge, daß
die Menschen selbst die Wunder Jesu kannten. Allein schon
die Tatsache, daß er nicht sofort niedergeschrieen wurde,
zeigt, daß die Wunder, die Jesus vollbracht hatte, jedermann
gut bekannt waren.
Ein Zeugnis aus erster Hand für das Wunderbare ist etwas,
das es weder in anderen Religionen noch in der griechischen
oder römischen Mythologie gibt. Der ehrliche Bericht
von den übernatürlichen Werken, die in die natürliche
Ordnung einbrechen, werden für uns in der Bibel durch
Augenzeugen dieser Ereignisse festgehalten.
All diese Betrachtungen demonstrieren den qualitativen
Unterschied der biblischen Wunder. Es ist nun wichtig zu
überlegen, warum die Wunder abgelehnt werden. Ein
Grund dafür, daß diese Wunder geleugnet werden, ist der,
daß sie nicht in das Weltbild vieler Menschen passen. Sie
haben niemals ein Wunder erlebt, und sie schließen daraus,
daß Wunder nicht geschehen können bzw. unmöglich
sind.
Statt die Beweise für das Wunderbare zu untersuchen,
wird die ganze Idee von vornherein als vollkommen unmöglich
ausgeschlossen. Das ist keine angemessene Weise,
mit dieser Frage umzugehen, da nur jemand mit der
Kenntnis aller vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen
Ereignisse die Möglichkeit von Wundern ausschließen
könnte.
Es gibt ein passendes historisches Beispiel für die Dummheit,
etwas von vornherein auszuschließen, weil es nicht
in das eigene Weltbild paßt. Als die Entdecker erstmals nach
Australien kamen, trafen sie auf ein Tier, das allen Regeln der Systematik Hohn sprach. Sie entdeckten ein halb im
Wasser lebendes, eierlegendes Säugetier, mit einem breiten,
flachen Schwanz, Schwimmfüßen und einer Schnauze,
die einem Entenschnabel glich. Dieses Tier nannten sie
Schnabeltier.
Bei ihrer Rückkehr in die Heimat teilten sie der Welt ihren
Fund mit. Die Leute betrachteten ihren Bericht als Betrug,
da kein Tier, wie das oben beschriebene, überhaupt
existieren konnte. Obwohl die Aussage von ehrbaren Augenzeugen
stammte, wurde sie auf Grund ihres Weltbildes
zurückgewiesen.
Sie gingen ein zweites Mal nach Australien und kehrten
mit dem Fell eines toten Schnabeltiers zurück. Wieder beschuldigten
die Leute sie des Betruges. Offenbar nahmen
diese Leute den Ausspruch Benjamin Disraelis ernst: »Ich
habe es mir zur Regel gemacht, nur das zu glauben, was
ich verstehe« (The Infernal Marriage, Teil 1, Kap.4). Aber, wie
Charles Caleb Colton gesagt hat: »Wer nur das glaubt, was
er voll begreifen kann, muß einen sehr langen Kopf oder
einen sehr kurzen Glauben haben« (Frank Mead, S. 17,
Encyclopedia of Religious Quotations).
Unglücklicherweise nehmen viele Menschen diese Haltung
ein und sprechen das Urteil, ehe sie die Beweise untersucht
haben. Diese Einstellung ist nicht nur unwissenschaftlich,
sondern sie kann auch für den, der sie vertritt,
gefährlich sein. Wenn es einen Gott gibt und wenn er sich
durch das Wunderbare offenbart hat, dann beraubt sich
der Mensch seiner einzigen Möglichkeit, dies herauszufinden.
Indem er sich weigert, die Möglichkeit zu akzeptieren,
daß Gott auf übernatürliche Weise in die Geschichte eingreift,
zerstört er seine einzige Hoffnung darauf, den Sinn
des Lebens zu verstehen. Daher ist es von höchster Bedeutung,
die Möglichkeit von Wundem zumindest in Betracht
zu ziehen, weil die Ewigkeit auf dem Spiel steht. Tatsächlich,
»es gibt mehr Ding’ im Himmel und auf Erden, Horatio, als unsre Schulweisheit sich träumen läßt«
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