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| FB20: Was sind die Apokryphen? Warum findet man diese Bücher in protestantischen Bibeln nicht?
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AB20:
Heute steht das Wort Apokryphen als Synonym für die
vierzehn oder fünfzehn Bücher zweifelhafter Authentizität
und Autorität.
Diese Schriften finden sich nicht im hebräischen Alten
Testament, sind aber in einigen Manuskripten der Septuaginta
enthalten, der griechischen Übersetzung des hebräischen
Alten Testaments, die um 250 v.Chr. in Alexandria,
Ägypten, vollendet wurde.
Die meisten dieser Bücher wurden von der römisch-katholischen
Kirche auf dem Konzil von Trient (1545-1563)
als zur Schrift gehörig erklärt, während die protestantische
Kirche ihnen jede göttliche Autorität abspricht.
Diejenigen, die diesen Büchern göttliche Autorität zusprechen
und sie als Schrift verteidigen, argumentieren,
daß die Verfasser des Neuen Testaments überwiegend die
Septuaginta zitieren, die die Apokryphen enthält. Sie führen
auch die Tatsache an, daß einige der Kirchenväter, namentlich
Irenaeus, Tertullian und Klemens von Alexandria,
die Apokryphen im öffentlichen Gottesdienst benutzt und
sie als Schrift anerkannten, wie es auch die Syrische Kirche
im vierten Jahrhundert tat.
Augustinus, der bei den Konzilen von Hippo und Karthago
den Vorsitz führte, stimmte mit ihrer Entscheidung,
die Bücher seien inspiriert, überein: Die Griechische Kirche
fügt der Liste derer, die an die Inspiration der Apokryphen glauben, ihr Gewicht hinzu.
Die Befürworter verweisen auch auf die Schriftrollen
vom Toten Meer, um ihrem Glauben an die Apokryphen
weiteres Gewicht zu verleihen. Unter den Fragmenten aus
Qumran waren auch einige hebräisch geschriebene Kopien
von apokryphen Büchern. Diese sind zusammen mit
anderen alttestamentlichen Werken entdeckt worden.
Die Gründe dafür, die Apokryphen als heilige Schrift
einzubeziehen, brechen bei näherer Untersuchung vollständig
zusammen. Die Verfasser des Neuen Testaments
mögen sich darauf beziehen, aber sie zitieren sie niemals als
heilige Schrift oder geben auch nur den geringsten Hinweis,
daß diese Bücher inspiriert wären. Wenn die Septuaginta
im ersten Jahrhundert diese Bücher enthielt, was keineswegs
eine bewiesene Tatsache ist, dann ignorierten Jesus
und seine Jünger sie vollkommen.
Sich zum Beweis für die Inspiration der Bücher auf bestimmte
Kirchenväter zu berufen, ist ein schwaches Argument,
da ebenso viele in der frühen Kirche, besonders Origenes,
Hieronymus und andere, ihre angebliche Inspiration
leugneten.
Die Syrische Kirche wartete bis zum vierten Jahrhundert
n.Chr., um diese Bücher als kanonisch zu akzeptieren.
Es ist bemerkenswert, daß die Peschita, die syrische Bibel
aus dem zweiten Jahrhundert n.Chr., sie nicht enthielt.
Der frühe Augustinus erkannte die Apokryphen zumindest
teilweise an. Aber später reflektieren die Schriften des
Augustinus eine klare Ablehnung dieser Bücher als außerhalb
des Kanons und minderwertiger als die hebräischen
Schriften.
Die jüdische Gemeinschaft lehnte diese Schriften ebenfalls
ab. Auf der jüdischen Synode von Jamnia (ca. 90 n.Chr.)
wurden neun der Bücher unseres alttestamentlichen Kanons
aus unterschiedlichen Gründen diskutiert, ob sie eingeschlossen
werden sollten. Schließlich erklärte man nur
die hebräischen Bücher in unserem heutigen Kanon des Alten Testaments für kanonisch.
Das Vorhandensein von Apokryphen unter den Fragmenten
des Alten Testaments beweist hinsichtlich der Inspiration
wenig, da auch zahlreiche Fragmente anderer,
nicht zur Schrift gehörender Dokumente gefunden worden
sind.
Man kann nicht genug darauf hinweisen, daß die römisch-
katholische Kirche selbst diese Bücher nicht vor 1545-
1563, auf dem Konzil von Trient, als heilige Schriften erklärt
hat.
Die Aufnahme gewisser Bücher innerhalb der Apokryphen
als kanonisch durch die römisch-katholische Kirche
war zum großen Teil eine Reaktion auf die protestantische
Reformation. Durch die Kanonisierung dieser Bücher legitimierte
man ihre Verwendung in Fragen der Doktrin.
Diese Argumente zur Verteidigung der Apokryphen als
Schrift lassen offensichtlich viel zu wünschen übrig.
Es gibt noch einige andere eindrucksvolle Gründe dafür,
daß die Apokryphen von der protestantischen Kirche
abgelehnt werden. Einer davon betrifft die unbiblischen
Lehren dieser fragwürdigen Bücher, wie das Beten für die
Toten.
Für die Verstorbenen zu beten, wie es in 2. Makkabäer
12,45-46 gefordert wird, steht in direktem Widerspruch zu
Lukas 16,25-26 und Hebräer 9,27 und anderen Stellen. Die
Apokryphen enthalten auch die Episode, in der Gott Judith
bei einer Lüge unterstützt (Judith 9,10.13).
Die Apokryphen enthalten außerdem nachweisbare Irrtümer.
Tobit soll gelehrt haben, als Jerobeam im Jahre 931
v.Chr. seine Revolte begann und lebte immer noch zur Zeit
der assyrischen Gefangenschaft (722 v.Chr.), doch das Buch
Tobit sagt, er habe nur 158 Jahre gelebt (Tobit 1,3-5; 14,11).
Schließlich erhebt keines dieser apokryphen Bücher den
Anspruch auf göttliche Inspiration. Man braucht nur diese
Werke neben der Bibel zu lesen, um den großen Unterschied
zu sehen. |
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