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Die Lichter gehen aus, und die Leinwand ist schwarz. Pötzlich wird der Kinosaal durch gewaltige Donner erschüttert. Die Blitze zucken über die schwarze Leinwand, und in diesem unheimlichen Licht sieht man einen Mann über ein offenes Feld laufen. Rings um ihn herum zucken helle Blitze. Einer fährt ganz in seiner Nähe in den Boden. Der Mann fällt in den Schlamm und schreit: Rette mich, heilige Anna, ich werde ein Mönch. Rette mich, rette mich!" Die Szene ist so realistisch, dass sich der Zuschauer fast instinktiv duckt.
So fängt der historische Film „Luther“ über das Leben des Reformators an, der seit Ende 2003 alle Kinos füllt.
Der
Film ist atemberaubend, dramatisch und emotional. Er nimmt sich
manche Freiheiten in der Darstellung einiger Details, um die Zeit
von 1505 bis 1530 in knapp zwei Stunden abgerundet zu vermitteln.
Martin
Luther lebte in dem tiefen Bewusstsein, dass er vor Gott verantwortlich
ist und Gott einen Anspruch auf sein ganzes Leben hat. Er ging
von der biblischen Tatsache aus, dass Gott der Richter und er
der Angeklagte ist. Noch etwas war für Luther eine unabdingbare
Grundannahme: Die Bibel, das Wort Gottes, ist die letzte und höchste
Autorität in allen Dingen. Das kam besonders deutlich zum
Ausdruck, als Luther vor dem Reichstag aufgefordert wurde, seine
Bücher zu widerrufen. Er sagte: „Wenn ich nicht mit den Zeugnissen
der [Heiligen] Schrift oder mit offenbaren Vernunftgründen
besiegt werde, so bleibe ich von den Schriftstellen besiegt, die
ich angeführt habe, und mein Gewissen bleibt gefangen in
Gottes Wort.“
Jesus Christus, der Sohn Gottes, sagt: „Himmel und Erde werden
vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen“ [Matthäus
24, 35].
Luther wusste um seine Schuld vor Gott und schrieb einmal an den
Augustinerprior Staupitz: „O meine Sünde, Sünde, Sünde!“
Er spürte die Last seiner Sünde und fand keinen Ausweg.
Bei der Vorbereitung seiner ersten Psalmenvorlesung stieß
er auf die Bibelstelle in Römer 1, 17: „Es wird darin [im
Evangelium] geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum
Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben
leben«.“ Plötzlich wurde ihm bewusst, dass er es nicht
mit einem harten, fordernden Gott zu tun hatte, sondern mit einem
liebenden, schenkenden. Über dieses Ereignis schrieb er später
in seiner Vorrede zur Gesamtausgabe seiner Werke: „Da war mir,
als wäre ich ganz von neuem geboren und durch geöffnete
Türen in das Paradies eingetreten. Die ganze Bibel hatte
für mich ein anderes Gesicht bekomme.“ Martin Luther hatte
erkannt, dass Jesus Christus die Strafe für seine Sünde
am Kreuz auf sich geladen hat, damit er, Martin Luther, frei ausgehen
kann. Die Bibel sagt:
„Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen
Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die
Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt
durch ihn errettet werde“ [Johannes 3, 16.17].
Martin Luther hatte verstanden, dass er nur durch Gnade und Glauben
an Jesus Christus und sein Erlösungswerk errettet werden
konnte und nicht durch so genannte Heilige.
Das, was Luther in seinem Leben erkannte und was es von Grund
auf verändert hat, kann auch in Ihrem Leben geschehen. Die
äußeren Umstände des Lebens haben sich in den
vergangenen 500 Jahren verändert. Die Situation zwischen
Mensch und Gott aber nicht. Immer noch wartet der liebende Gott
darauf, dass Menschen sich zu ihm wenden und er sie beschenken
kann. Das gilt auch Ihnen! Er liebt Sie und will Sie erretten. |