|
|
...und dann nichts wie rein in das feucht-fröhliche Finale der fünften Jahreszeit! Es zieht die Narren auf die Straße. Aber schon Tage vorher, von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch geht es hoch her, die Session beginnt sogar schon am 11.11. des Vorjahres!
Aber jetzt: Endlich mal den grauen Alltag vergessen, die Arbeitslosigkeit, die kaputten Beziehungen, die finanziellen Sorgen, eben den alltäglichen Frust und die Probleme des Lebens, die einem alles vermiesen wollen.
Hoch die Gläser, ausgelassen und hemmungslos ab in die Narretei, denn am Aschermittwoch wird uns ja wieder vergeben, da ist die Sünde vorbei! Wirklich?
An dieser Stelle könnte
man den Ursprung des Karnevals erklären, aber darüber
wird während der tollen Tage sogar in der Tageszeitung berichtet.
Als Schwerpunkt für das Thema Karneval soll stattdessen die
Bezeichnung des „Narren“ einmal näher betrachtet werden.
-----------------
„Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes
schuf er ihn.“ 1.Mo.1, 27
„Der Narr spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott!“
Ps. 14,1
Narren waren im Mittelalter Menschen mit körperlichen
und geistigen Behinderungen, missratene Kreaturen, eben nicht
geschaffen nach dem Ebenbilde Gottes.
Sie galten als Ungläubige, sündhaft, selbstverliebt,
ohne eine Spur christlicher Barmherzigkeit. Diese Attribute
schneiderte man ihnen durch die Narrenkappe mit den Eselsohren
gleich auf den Leib. Die Schellen an den Enden galten als Zeichen
fehlender Nächstenliebe (nach Paulus in 1.Kor.13,1)
Eselsgrau war die Narrenfarbe des Mittelalters, oder er trug
kontrastierende Schandfarben in gelb und rot, ein Abklatsch
des königlichen Gold und Purpur.
Im Alten Testament wird das Wort Narr (hebr. baar/nabal) mit
viehisch, dumm, unverständig, gottlos übersetzt.
Im Neuen Testament (griech. moros/moraino/moria) mit töricht
sein, Torheit, es spricht dem so Bezeichneten das Vermögen
zu richtigem Denken und Handeln ab, und damit ist ihm das Vertrauen
entzogen.
„Narr oder Tor“ ist die schlimmste Bezeichnung in der Bibel
für einen gottlosen und gleichgültigen Menschen.
Der Narr ist also in den Augen Gottes keine komische Figur,
sondern ein Gottesleugner.
Weshalb hat die Fastnachtsszene ausgerechnet diese schlimme
Bezeichnung zum Markenzeichen der tollen Tage gemacht? Einen
so dummen und verblendeten Menschen, kann man ihn spielen? Zum
Vergnügen, dargestellt in der Öffentlichkeit? Wie
mancher spielt da sein eigenes Schicksal, ohne es zu merken.
Welch eine gefährliche Ignoranz, als Narr verkleidet mit
gotteslästerlichen Sprüchen, Flüchen und Liedern
aufzuwarten. Wieviel Schuld wird hier auf sich geladen, und
die soll durch ein Aschenkreuz ungeschehen gemacht werden?
„Der Herr weiß die Ungerechten aufzubewahren auf den
Tag des Gerichts, um bestraft zu werden; besonders aber die,
welche … nicht erzittern, Herrlichkeiten zu lästern … lästernd
über das, was sie nicht wissen, werden sie auch in ihrem
eigenen Verderben umkommen, indem sie den Lohn der Ungerechtigkeit
empfangen; welche eine eintägige Schwelgerei für Vergnügen
achten ..; welche Augen voll Ehebruch haben und von der Sünde
nicht ablassen …“ (aus 2.Petr.2)
Von S. Brant gibt es ein Buch mit Holzschnitten, erschienen
1949 in Basel. In der Mitte des Buches befindet sich ein Holzschnitt
mit einem „Narrenschiff“. In diesem Schiff sitzen Narren, um
durch das Meer der menschlichen Torheiten nach „Narragonia“
zu fahren, ein treffendes Bild für die Menschheit.
Dieses Schiff besitzt aber keinen Mastbaum, kein Segel und keinen
Steuermann.
So kann es nicht über das Weltmeer fahren, und jeder, der
darin sitzt, ist verloren, wenn es ihm nicht gelingt, rechtzeitig
in das Schiff des Heils, in dem Jesus Christus der Steuermann
ist, umzusteigen. Nur so kann er dem sicheren Untergang entgehen.
„Ein ganzer Himmel voller Narren“, so lautete eine Schlagzeile
in der gestrigen Tageszeitung, analog zu dem Karnevals-Evergreen
„Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel, weil wir so brav
sind …“ .
Doch das ist eine faustdicke Lüge des größten
Widersachers Gottes.
„Irret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten! Denn
was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten!“
(Gal.6,
7)
„Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren
geworden.“ (Rö.1,22)
Wer kommt in den Himmel, hat das Recht auf einen Platz im Vaterhaus?
Nur der, der das Erlösungswerk des Sohnes Gottes für
sich in Anspruch genommen hat.
Seien Sie kein Narr, der die Hand Gottes ausschlägt, denn:
„Wer den Sohn hat, hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht
hat, hat das Leben nicht.“ (1.Joh.5,12) |